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Digitale Souveränität: Jetzt auch in der Theorie erhältlich

Geschrieben von Michael Martens | Mar 24, 2026 3:56:12 PM

*Per Anhalter zur digitalen Souveränität

Lieferung aufgrund realer Gegebenheiten auf unbestimmte Zeit verzögert

Es ist eine wohlbekannte Tatsache – zumindest unter Ausschüssen –, dass das Internet ein gefährlicher Ort ist. Nicht im charmanten, frühen Sinne von unerwarteten Katzenbildern oder leicht beunruhigenden Foren, sondern in einem tief strukturellen, geopolitischen Sinne, der Router, Lieferketten und den wachsenden Verdacht umfasst, dass Elektronen möglicherweise tatsächlich aus dem Ausland stammen.

Diese Erkenntnis führte zu einer kühnen und beruhigenden Idee: Wenn man einfach sicherstellen könnte, dass die Geräte, die Menschen mit dem Internet verbinden, vollständig inländisch sind, dann könnte das Internet selbst vielleicht nicht sicher, aber zumindest angenehm lokal werden. Die Logik war elegant. Verdächtig elegant.

Router hatten allerdings andere Pläne.

Es stellte sich heraus, dass Router – kleine Plastikboxen mit blinkenden Lichtern und einer Neigung, im ungünstigsten Moment neu gestartet werden zu müssen – nicht dazu neigen, nationale Grenzen zu respektieren. Sie werden in einem Land entworfen, in einem anderen zusammengebaut, mit Chips aus einem dritten bestückt und gelegentlich über ein viertes verschickt, das niemand ohne Hilfe auf einer Karte finden kann. Kurz gesagt: Sie sind die physische Verkörperung der Globalisierung, was sie ausgesprochen unpraktisch macht.

Die Lösung war natürlich, Router zu verlangen, die in jeder denkbaren Hinsicht vollständig inländisch sind: im Inland erdacht, im Inland entworfen, im Inland hergestellt und idealerweise auch im Inland gedacht. Das würde sicherstellen, dass keinerlei ausländischer Einfluss eindringen kann – abgesehen natürlich von dem kleinen Detail, dass solche Router derzeit nicht existieren.

Dieses Fehlen wurde weniger als Problem denn als Terminfrage betrachtet.

Den Herstellern bot sich damit eine faszinierende Gelegenheit: Geräte zu produzieren, die auf Lieferketten basieren, die noch nicht erfunden wurden, mit Komponenten, die noch nicht in großem Maßstab hergestellt werden, und unter Anforderungen, die offenbar von jemandem formuliert wurden, der zuletzt in einer besonders optimistischen Broschüre mit Elektronik zu tun hatte.

Sie reagierten mit einer Mischung aus Enthusiasmus, Verwirrung und jener leisen existenziellen Beklommenheit, die man sonst eher von Philosophen und IT-Support kennt.

Währenddessen blieb die Begründung makellos ernst. Router, so wurde betont, können gehackt werden. Das stimmt. Sie können kompromittiert, in Botnetze eingebunden oder dazu gebracht werden, sich auf eine Weise zu verhalten, die ihren Besitzern ausgesprochen wenig hilft. Daraus wurde ein weiterer Schluss gezogen: dass der wichtigste Risikofaktor in der Cybersicherheit die Nationalität des Geräts sei – und nicht etwa seine Software, seine Konfiguration oder die allgemeine menschliche Neigung, „password123“ zu verwenden.

Experten versuchten kurz darauf hinzuweisen, dass Sicherheitslücken in der Regel durch Bugs, schlechte Wartung und gelegentliche kreative Katastrophen im Firmware-Design entstehen. Dies wurde höflich zur Kenntnis genommen und unter „philosophische Erwägungen“ abgelegt.

Das eigentliche Problem schien nicht Unsicherheit an sich zu sein, sondern die beunruhigende Möglichkeit, dass Unsicherheit importiert werden könnte.

oder: Auf der Suche nach etwas, das nicht existiert

Und so begann die Suche: nach digitaler Souveränität, definiert nicht als Kontrolle über Systeme oder Widerstandsfähigkeit gegenüber Bedrohungen, sondern als die beruhigende Vorstellung, dass alles Beteiligte innerhalb der richtigen Grenzen produziert wurde. Es war eine ebenso ambitionierte wie seltsam nostalgische Vision – als ließe sich das Internet dazu überreden, sich wie ein Laib Brot zu verhalten: am besten, wenn er lokal hergestellt ist, und leicht verdächtig, wenn er zu weit gereist ist.

Die Realität zeigte sich, wie so oft, unerquicklich unbeeindruckt. Lieferketten ordneten sich nicht über Nacht neu. Chips verlegten ihren Standort nicht spontan. Und die globale Natur der Technologie blieb bestehen – mit der Hartnäckigkeit eines gut geschriebenen Bugs.

Doch die Politik blieb bestehen, gelassen in ihrer Absicht, und projizierte eine Zukunft, in der Sicherheit nicht durch Ingenieurskunst, Wartung oder Design erreicht wird, sondern durch Geografie.

Es ist auf seine Weise eine großartige Idee. Man könnte sie sogar visionär nennen.

Vorausgesetzt natürlich, man ist bereit, das kleine Detail zu übersehen, dass sie auf der Annahme beruht, man könne etwas, das nicht existiert, durch Regulierung ins Dasein zwingen – und dass dies das Internet irgendwie sicherer machen würde.

Der Reiseführer, der solche Dinge schon einmal gesehen hat, gibt lediglich einen kleinen Rat:

Wenn Sie versuchen, ein globales Netzwerk zu sichern, indem Sie darauf bestehen, dass es lokal wird, sollten Sie vielleicht prüfen, ob Sie ein technisches Problem lösen – oder einfach nur die Landkarte neu zeichnen und hoffen, dass die Elektronen folgen.

Und so bewies die Menschheit in einem Triumph moderner Logik schließlich, dass man die Realität, wenn sie nur unerquicklich genug wird, einfach für nicht regelkonform erklären kann.

*Dieser Artikel wurde unter Betrachtung aktueller Marktgeschehnisse mit Hilfe von ChatGPT erstellt. Die Prompt-Erstellung und Supervision des Artikels erfolgte durch den Autor, der hierin seine Meinung repräsentiert sieht. 

 

Über den Autor:

Michael Martens ist CEO von RIEDEL Networks und Autor zahlreicher Fachartikel, Branchenstatements und Kommentare in einschlägigen Publikationen. Mit einem klaren Blick für technologische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft ordnet er regelmäßig aktuelle Themen ein und bezieht Stellung zu zentralen Fragen der digitalen Infrastruktur.

Von Zeit zu Zeit juckt es ihn jedoch in den Fingern: Dann verlässt er die klassische Fachkommunikation und greift aktuelle Marktgeschehnisse in Form einer Glosse oder eines satirischen Kommentars auf. Mit feiner Ironie und einem Hang zur Zuspitzung nimmt er dabei branchenspezifische Trends, politische Entscheidungen und technologische Absurditäten unter die Lupe – stets mit dem Ziel, Denkanstöße zu liefern und gewohnte Perspektiven augenzwinkernd zu hinterfragen.

Für diese Ausflüge in die satirische Kommentierung greift er gelegentlich auch auf die Unterstützung von ChatGPT zurück – stets mit eigener konzeptioneller Steuerung, redaktioneller Überarbeitung und klarer inhaltlicher Verantwortung.

Seine Beiträge bewegen sich dabei bewusst an der Schnittstelle von Fachwissen und Humor – und laden dazu ein, auch komplexe Themen einmal aus einer ungewohnten Perspektive zu betrachten.

 

Über RIEDEL Networks

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